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	<title>Sophiajung&#039;s Blog</title>
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	<description>Geschichten, Kommentare, Reflexionen</description>
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		<title>Raubritter weltweit unterwegs (aktualisiert)</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 09:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Land und Wasserreserven werden immer mehr zu einem der höchsten Güter dieses Planeten. Deshalb schrecken korrupte Regierungen und skrupellose, gierige, weltweit operierende Unternehmen zunehmend nicht mehr vor räuberischen, gewalttätigen Maßnahmen zurück, um sich zu bereichern. Die jüngsten Landräubereien in Kambodscha, die den bescheidenen Wohlstand vieler Bauern zunichte machten und sie jeglicher Existenzgrundlage beraubten, sind Zeugnis [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=463&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Land und Wasserreserven werden immer mehr zu einem der höchsten Güter dieses Planeten. Deshalb schrecken korrupte Regierungen und skrupellose, gierige, weltweit operierende Unternehmen zunehmend nicht mehr vor räuberischen, gewalttätigen Maßnahmen zurück, um sich zu bereichern. Die jüngsten Landräubereien in Kambodscha, die den bescheidenen Wohlstand vieler Bauern zunichte machten und sie jeglicher Existenzgrundlage beraubten, sind Zeugnis dafür. Daran beteiligt ist ein thailändischer Konzern, der im großen Stil Zuckerrohrkulturen anbaut, und die Bauern mit Hilfe des Militärs vertreiben liess. Dahinter stehen aber auch Großinvestoren, wie beispielsweise die Deutsche Bank mit ihren DWS-Fonds, wie &#8222;Report Mainz&#8220; recherchiert hat.</p>
<p>Diese Entwicklung ist mit großer Besorgnis zu betrachten, da Land und auch Wasser knapper werden, werden wir es mit mehr und mehr Verteilungskämpfen zu tun bekommen. China ist eines dieser hungrigen Raubtiere, das zunehmend große Flächen in Afrika aufkauft und sich damit das Überleben des eigenen, stetig wachsenden Volkes sichern will.</p>
<p>Es sind die reichen Länder, die sich Ressourcen in den Entwicklungsländern erkaufen wollen, und die dabei oft unter der Flagge der „Entwicklungshilfe“ oder „Investitionshilfe“ für die jeweiligen Länder segeln. Das mag auch zutreffend sein für einige der global operierenden Unternehmen und zeitweilig für die jeweilig betroffene Landbevölkerung zum Besseren führen. Vorrangig sind jedoch weitgehend eigene Interessen der Unternehmen und jeweiligen Regierungen. Das heißt, Nahrung für das eigene Land, erhöhtes Kapital und Devisen durch aggressiven, keineswegs umweltschonenden Anbau. Nach uns die Sintflut ist im wahrsten Sinne des Wortes das Motto, das vielen dieser „Ankäufe“ zugrunde liegt.</p>
<p>Regierungen der Entwicklungsländer, die das zulassen, untergraben die Existenzgrundlage ihres eigenen Volkes. Ganze Heerscharen von Kleinbauern werden in die Armut und Hoffnungslosigkeit gestürzt. Böden werden gnadenlos ausgebeutet und erodieren. Land wird weniger und weniger&#8230; und im Jahr 2050 wird dieser Planet prognostizierte 9 Milliarden Menschen zu ernähren haben. Wird dieses Raubrittertum aufzuhalten sein im globalen Kampf um Ressourcen?</p>
<p>Nur wenn eine Umkehr im Denken stattfindet, werden Kriege um Wasser und Nahrung aufzuhalten sein. Wir alle bewohnen diesen wunderbaren Planeten und sollten in die Zukunft denken, in der wir und unsere Kinder und Enkel gesund leben wollen. Wasser ist zwar inzwischen zum Menschenrecht deklariert worden, dennoch wird Wasser vielerorts privatwirtschaftlich &#8222;verwaltet&#8220;, d.h. es ist mehr und mehr ein Mittel zum Profit geworden. Nicht nur Regierungen und Firmen müssen ethische Standards einführen, jeder einzelne sollte sich interessieren, wie mit den knapper werden Ressourcen unserer Heimat umgegangen wird. Wie die &#8222;Occupy Wallstreet&#8220;-Bewegung zeigt, können sich Menschen in der ganzen Welt solidarisieren und etwas bewegen. Gemeinsam sind wir stark und können Dinge verändern, die jeden von betreffen -früher oder später. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die netten Aliens kommen und uns retten, wenn unserem Planeten die Luft ausgeht.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sophiajung.wordpress.com/463/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sophiajung.wordpress.com/463/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=463&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sophia allein zu Haus&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 23:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich vor meinem PC sitze. Recherchieren, Bankgeschäfte erledigen, lesen, lesen und schreiben. Am Abend meckert mein Rücken vom vielen Sitzen und die Allergie hat sich leider auch wieder zurückgemeldet. Kein Kind hat angerufen, eines nur eine lapidare e-mail geschickt, die mein Herz auch nicht hüpfen ließ. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=446&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich vor meinem PC sitze. Recherchieren, Bankgeschäfte erledigen, lesen, lesen und schreiben. Am Abend meckert mein Rücken vom vielen Sitzen und die Allergie hat sich leider auch wieder zurückgemeldet. Kein Kind hat angerufen, eines nur eine lapidare e-mail geschickt, die mein Herz auch nicht hüpfen ließ. Die Freundinnen haben sich nicht gemeldet. Und mein lieber Mann scheint sich in Arbeit aufgelöst zu haben und hat mich darüber vergessen, was ungewöhnlich ist. Was mache ich? Leichte Frustrationsgefühle, wahrscheinlich dem inzwischen ordentlichen Hunger geschuldet, machen sich breit. Die Aussicht, wieder einen Abend den üblichen Salat vor dem Fernseher zu verspeisen, und im Anschluss daran mit dem Bügelbrett zu tanzen, weckt keine lustvollen Gefühle in mir. Also raffe ich mich auf, mache mich schön, obwohl ich mich nicht schön finde mit dieser Allergie im Gesicht. Ich überlege kurz, doch mein gemütliches Abendoutfit anzuziehen, – das Nachthemd, und es mir mit einem Glas Rotwein vor einem Video gut gehen zu lassen. Eine Stimme in mir lässt nicht locker und drängelt „geh jetzt aus, Du kannst nicht immer vor dem Fernseher sitzen“.<br />
Was rate ich Menschen, wenn sie sagen, dass sie keine sozialen Kontakte haben und sich einsam fühlen? Ich rate ihnen, unter Menschen zu gehen und zu sehen, was passiert. Also, beherzige ich meine eigenen guten Ratschläge und mache mich hübsch, so gut es geht. Der Appetit auf ein Steak treibt mich förmlich ohne mein Zutun aus dem Haus. Nach Tagen von Salat und Resten vom Wochenende schwebt ein schönes Steak verlockend vor meinem geistigen Auge. Ich will entspannt genießen und vielleicht noch einen Cocktail trinken gehen, also fahre ich brav mit dem Bus, der schließlich bequem vor meiner Haustür hält.</p>
<p>Ich schlendere erst ein wenig durch die Stadt und schon geht es mir besser. Nicht, weil da so viele Menschen unterwegs sind, sondern, weil ich mich aufgerafft habe und mich mal nicht im Sport- oder Freizeit-Look auch schöner fühle. Das Gewusel um mich herum ist vergnüglich und ich fühle mich nicht mehr allein. Allein, wohlgemerkt, nicht einsam, das ist ein Unterschied. Denn einsam bin ich ja nicht, ich habe Familie und Freunde, die halt nur meistens nicht da sind, wenn es schön wäre, sie bei mir zu haben. Allein bin ich schon, und das kann manchmal nicht so erquicklich sein, ist der Mensch doch ein zoon politicon, ein Gemeinschaftswesen, hat schon Aristoteles vor 2000 Jahren behauptet.</p>
<p>Nun bin ich also nicht alleine, denn da sind hunderte von Menschen um mich herum. Sie sprechen nur nicht mit mir. Doch zuerst muss mein Magen beruhigt werden. So schlendere ich in das Steakhaus am Placa Major. Der Kellner ist nett und das Essen gut – wider Erwarten. Einige verstohlene Blicke von den Nachbartischen stören mich nicht. Sollen sie denken, was sie wollen. Vino Tinto und das Steak verursachen ein wohliges Gefühl in meinem Bauch. Ich überlege, was ich jetzt mache. Es ist erst 21:00. Also beschließe ich, mich treiben zu lassen und zu sehen, was passiert. Ohne Erwartungen schlendere ich in die Carrer Fabrica, die seit kurzem eine Fußgängerzone ist. Alle Restaurants und Bars haben jetzt auch eine Terrasse. Das ist in dieser lauen Sommernacht selbst an einem Mittwochabend ein großer Anziehungspunkt. Ich wähle die Bar, in der ich schon mal gemeinsam mit meinem Mann gesessen habe und in der es sehr gute Mojtos gibt. Die Kellnerin ist sehr nett und empfiehlt mir „mojto fresa“, also einen Mojto mit Erdbeeren. Während ich warte und die mediterrane Stimmung genieße, die Menschen beobachte auf der Suche nach einer Geschichte, bemerke ich die Blicke zweier Männer etwas weiter weg an einem Tisch. Naja, denke ich, so ist das, als Frau allein unterwegs. Vor mir sitzen zwei bildhübsche Schwedinnen, so um die zwanzig, die sich angeregt unterhalten. Ich verstehe kein Wort, ahne aber, dass es um Beziehungsgeschichten geht. Es ist auf jeden Fall sehr amüsant, ihre Mimik und Gestik zu beobachten. Der Mojto kommt und ist – wie versprochen – muy rico, wie die Spanier sagen. Wahrscheinlich trinke ich zu schnell. </p>
<p>Zwei Männer gehen vorbei, schauen kurz, gehen weiter. Das alles beobachte ich aus dem Augenwinkel –mein Blick ist beruflich geschult nun mal weiträumig. Ich überlege gerade, ob ich mir noch einen dieser köstlichen Drinks bestelle, da kommen sie zurück, nehmen am Tisch neben mir Platz. Nach einer Weile kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie gerne mit mir ins Gespräch kämen. Na sowas, denke ich, da habe ich gerade einen Artikel zum Thema &#8222;Flirten für Männer&#8220; geschrieben –rein theoretisch, versteht sich. Es reitet mich der Teufel und ich bestelle mir noch einen Drink, weil er so köstlich ist, natürlich. Jetzt will ich doch mal sehen, was passiert. Die eindringlichen Blicke sind wirklich nicht mehr zu übersehen und trotzdem bemerke ich selbstverständlich nichts. Ich bin schließlich verheiratet und auch nur hier, um den Abend nicht vor dem Fernseher zu verbringen. Für meine Studien finde ich die Situation nun zunehmend interessant. Ich habe meinen Drink fast ausgetrunken, da rückt einer der Herren seinen Stuhl in meine Richtung und fragt mich Englisch, ob ich mich nicht zu ihnen setzen möchte. Oh mein Gott, ich bin selbst ganz ungeübt in einer solchen Situation, da ich wie bereits erwähnt, sehr sehr und sehr glücklich verheiratet bin. Also lächle ich freundlich und sage, dass es sehr nett sei, mich das zu fragen, aber dass ich gleich nach Hause gehen werde.<br />
Ich weiß nicht wie, aber wir kommen trotzdem ins Gespräch, die beiden Herren sind Dänen, sprechen natürlich gut Englisch und derjenige, der mich angesprochen hat – der Mutigere der Beiden – auch sehr gut Deutsch, weil er von der dänischen Grenze kommt. Ich kenne den Ort nicht und erhalte sogleich Geographieunterricht, der bei mir auch nicht wirklich hilft, denn mein geographisches Vorstellungsvermögen ist grauenhaft. Meine Familie weiß ein Lied davon zu singen. Aber das macht gar nichts, wir plaudern munter vor uns hin und ich schlage vor, dass wir das auf Englisch fortsetzen, weil der andere Herr uns sonst nicht versteht. Ich erfahre, dass die beiden irgendwie mit Schiffen zu tun haben und der Schüchterne eigentlich nicht mehr arbeiten muss und nur noch seine Firma zwei Stunden am Tag verwaltet. In Zeiten des Internets ist das alles möglich. Auch, dass er fast einen Herzinfarkt hatte und Bluthochdruck und kürzer treten muss. Ich weihe die Beiden im Gegenzug in die Geheimnisse der Mediation ein und schwärme vom köstlichen Leben in der Sonne Spaniens. Die Zeit fließt dahin und ich finde den Abend jetzt zu dritt doch amüsanter als alleine. Als ich mich verabschiede, werde ich mit Kusshand entlassen und es wird mir beteuert, wie anregend das Gespräch war. Was auch immer die beiden Herren sich erwartet haben, es war auf jeden Fall für alle Beteiligten sehr vergnüglich. Die nette Kellnerin ruft mir ein Taxi, das ewig nicht kommt, weshalb ich mich mit ihr, dem Kellner und dem Chef unterhalte und mein Spanisch auch mal wieder aus der Versenkung hole. Wir scherzen und ich habe die Kellnerin auf meiner Seite, als ich dem Chef gegenüber behaupte, der selbstironisch den Macho und Chef spielt, es gäbe keine Chefs, wir seien schließlich alle Sozialisten. Das Taxi ist da, bevor ich noch schlimmere Dinge behaupten kann.<br />
Fazit dieses Abends:  Ich muss mehr unter die Leute gehen, um Geschichten zu schreiben, denn ich kann ja nicht nur über die Krise berichten, die meinen Kopf nun schon fast Tag und Nacht besetzt.</p>
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		<title>Irrungen und Wirrungen der Krise&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2011 13:33:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Bitte erkläre mir die Krise, als wäre ich sechs Jahre alt, möchte ich manchmal die vielen Experten fragen, die uns täglich neue Erklärungs- und Lösungsmodelle vorlegen. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich verstanden, wie es zur Euro-Krise, wie sie gemeinhin bezeichnet wird, gekommen ist, breitet sich wieder Verwirrung in meinem Kopf aus. Die angebotenen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=434&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bitte erkläre mir die Krise, als wäre ich sechs Jahre alt, möchte ich manchmal die vielen Experten fragen, die uns täglich neue Erklärungs- und Lösungsmodelle vorlegen. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich verstanden, wie es zur Euro-Krise, wie sie gemeinhin bezeichnet wird,  gekommen ist, breitet sich wieder Verwirrung in meinem Kopf aus. Die angebotenen Lösungen sind nahezu so vielfältig wie es Politiker und Experten gibt. Ich habe sie zu meinem besseren Verständnis großräumig auf zwei Lager verteilt: Die einen wollen unbedingt Europa als Wirtschaftsraum mit gemeinsamer Währung retten, die anderen wollen ihre noch funktionierende nationale Wirtschaft retten und keine Geberländer sein für die armen, schwachen Länder oder diejenigen, die vergnüglich seit Jahrzehnten Misswirtschaft getrieben haben, wie beispielsweise Griechenland. Neben vermeintlichem Sachverstand, der ja von allen Beteiligten behauptet wird (das Kind in mir hat manchmal starke Zweifel, wenn ich diese Erwachsenen in ihrem Verhalten beobachte), finden sich viele diffuse Emotionen und Absichten. Letztere sind manchmal – wie das meist der Fall ist – nur schwer zu durchschauen, weil sie im Mäntelchen der völligen Überzeugung, gar Gewissheit und Klarheit in eleganter oder mehr oder weniger drohender Rhetorik verschleiert werden.<br />
Nun, was tun? Komplexe Sachverhalte, wie sie bei der sogenannten Eurokrise vorliegen, bergen die Schwierigkeit, dass es in der Regel nicht nur einen Faktor der Verursachung gibt, sondern mehrere. Die müssen eigentlich wie Äpfel und Birnen sortiert werden und nicht in ein und demselben Korb landen. Das geschieht jedoch in diesem Falle nicht. Deshalb ist alles, was hilft, die Komplexität dieser neuen Krise zu reduzieren, gut für das Verständnis des fragenden Kindes und für die ratlos drein blickenden meisten Erwachsenen ebenfalls. Komplexität aufzubrechen in einzelne, gut verständliche Zusammenhänge kann die Emotionen abkühlen und  Vernunft und Klarheit ihre Arbeit tun lassen. Dies hätte etwas mehr Aussicht auf halbwegs kluge, gut überlegte Lösungen.<br />
In der Wissenschaft sind strikte Begriffsklärungen gefordert, ehe Thesen geprüft und weiterentwickelt oder ad Absurdum geführt werden.  Genau zu klären, was eigentlich gemeint ist, bevor  drauf los geredet wird, könnte im Falle des Krisenthemas auch dem fragenden Kind und dem interessierten Zeitungsleser, Nachrichtenseher und –Hörer weiterhelfen. Was heißt eigentlich Euro-Krise? Wir haben gar keine Euro-Krise, denn die Währung ist nicht wirklich gefährdet. Und es gibt auch keine Europa-Krise. Denn die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftsraumes und der Währung wird ja von den meisten der 17 Staaten des Euroraumes weitgehend nicht bestritten. Opponiert wird gegen sich immer weiter ausweitende Rettungsschirme für die schwachen Länder im Euroraum und damit die Gefährdung des Wohlstandes in den Geberländern. Deshalb kann es helfen,  den Blick auf die Ursache der Verschuldung in den jeweiligen Einzelstaaten zu lenken und deren ganz individuelle Krise zu betrachten und nicht wirr Ursachen und Folgen durcheinander zu schmeißen. Beispielsweise ist die innere Krise in Griechenland eine ganz andere als in Spanien oder in Portugal. Dort wurde jahrzehntelang der Staatsapparat unnötig aufgebläht und keine Investitionen in neue Wirtschaftszweige getätigt, abgesehen von der völlig maroden Steuerpolitik. In Spanien dagegen entwickelte sich der Immobiliensektor zu einer gewaltigen Blase, die letztlich platzte und das Bruttosozialprodukt dramatisch verringerte, ohne dass andere Wirtschaftszweige dies hätten abfedern können. Zusätzlich  zu diesen  individuellen Problemen der schwachen Euroländer gibt es einen gemeinsamen Nenner im Euro-Raum, der zu hinzu gedacht werden muss. Dieser ist die Tatsache, dass sich in der Krise von 2008, die eine Bankenkrise aufgrund einer Hypothekenkrise und vor allem toxischer Finanzprodukte war, versucht wurde, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben. Statt in sich zu gehen, sich zu besinnen, die Ursachen eines Fast-Zusammenbruchs des Bankensystems genau zu analysieren und tragbare Lösungen zu entwickeln, wurde schnell und zum Teil unüberlegt gehandelt. Vielleicht muss manchmal ein Notprogramm dazwischen geschaltet werden, damit keine Überhitzung stattfindet. Anschließend sollte jedoch die große, überdachte Lösung kommen, die Konsequenzen und Folgen langfristig und klug ins Visier nimmt. Die kam nicht. Stattdessen kochte jeder Staat mit seiner Politik und seinen Banken sein eigenes Süppchen und zog mögliche sich daraus entwickelnde Worst-Case-Szenarien nicht in Betracht. Vor allem aber wurde in den bereits vor der Krise von 2008 schwer an der Staatsschuldenlast tragenden Länder nicht sofort konsequente Sparmaßnahmen und sinnvolle Wirtschaftsinvestitionen eingeleitet.<br />
Bis die Meister des Marktes begannen, die Staaten mit ihren Ratings und Börsenreaktionen vor sich her zu treiben. Gnadenlos witterten sie die Schwächen und waren und sind bereit, wenn nötig, den Todesstoß zu setzen. Sie verdienen ja dennoch, soviel ist mal sicher. Ihnen wird gerne der schwarze Peter zugeschoben, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Verwerflich mag sein, dass die Akteure des Marktes gnadenlos ihre Vorteile suchen, die für andere – in diesem Fall den Staaten, gegen die gewettet wird, das Unheil vermehren kann. Doch wird dabei übersehen, dass es die Politik dieser Staaten war und ist, den Märkten, das heißt, den Hazardeuren und Finanzjongleuren erst dieses Spielfeld aufgrund fehlender staatlicher Regulierung eröffnet zu haben. Außerdem haben sie keine Sorge für eine gesunde Haushaltspolitik getragen. Somit kann der Ball wieder an die Verursacher, d.h. an die jeweiligen Regierungen der Länder, zurück gespielt werden.  Nähmen sie ihn an, wäre das eine Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, statt zu lamentieren oder hektisch zu reagieren.<br />
Gut, nun aber ist das Kind in den Brunnen gefallen. Wie wieder heraus klettern? Die Stimmen schreien durcheinander, es wird gestikuliert und debattiert, Interessen und Absichten ausgelotet, Druck ausgeübt auf Zauderer und Bedenkenträger, damit diese bereit sind, weitere Milliarden zu gewähren, um nicht etwa die Staaten zu retten, nein, die Banken zu retten, die diesen Staaten immer wieder Geld geliehen haben. Diese haben lange die Augen vor deren bereits in die Schieflage geratenen Bilanzen und Bruttosozialprodukten verschlossen, und einfach die Zinsen der Kredite erhöht. Mehr Risiko, mehr Geld war und ist das Leitmotiv. Bis die Angst der Anleger um sich greift und es kein Geld mehr gibt für die schwächelnden Staaten und dann andere – finanztechnisch besser sortierte Staaten, sprich deren Zentralbanken einspringen müssen. Aua, schreit der Steuerzahler – besonders laut in Deutschland.</p>
<p>Verbrennt ein Kind sich, will es nur wissen, wie der Schmerz so schnell wie möglich wieder verschwindet. Es erwartet beherztes Zupacken der Menschen, dem es vertraut und Zuspruch, dass bald alles gut sein wird. Es will keine Debatten oder Streitereien, warum das jetzt passiert ist oder wer die Schuld daran trägt. Ähnliches Handeln könnte in der Staatsschuldenkrise – etwas anderes ist es nämlich nicht – durchaus hilfreich sein. Außerdem die Frage nach der besten, soll in diesem Falle heißen, auch der kostengünstigsten Lösung, die damit Konsequenzen und Folgen des Handelns weiträumig in den Blick nimmt. Diese findet sich nicht in theoretischen oder schlimmer noch ideologischen Grundsatzdiskussionen, sondern darin, das eigentliche Problem zu erkennen und klar zu benennen. </p>
<p>Was wäre so schlimm daran, Griechenland in eine geordnete Insolvenz zu schicken, eventuell auch Portugal oder Spanien? So verfährt man mit jedem Unternehmen, das wirtschaftlich nicht mehr mithalten kann und pumpt nicht weiteres Kapital hinein, welches dann versickert. Es würde alle anderen Mitgliedstaaten durchaus Geld kosten, weil sowohl die beteiligten Banken als auch die Länder hohe Abschreibungen ihres eingesetzten Kapitals vornehmen müssten. Doch wäre das nicht das geringere Übel? Europa würde auch nicht zerbrechen, denn die schwächelnden Länder müssten nicht notwendigerweise aus der Gemeinschaftswährung austreten. Doch nach einem Schuldenschnitt und weiteren Sparmaßnahmen hätten sie dann die Chance, ihre Wirtschaft langfristig und behutsam zu reformieren. Unterstützerländer wie Deutschland, Frankreich oder die skandinavischen Länder könnten beim Aufbau der Wirtschaft beteiligt werden und im Gegenzug durch ihre Investitionen in Solarenergie, Tourismus oder Agrarwirtschaft auf lange Sicht profitable Gewinne erwirtschaften. Es entstünde ein gesundes Geben und Nehmen und soziale Unruhen könnten vermieden werden, weil nicht nur Sparen sondern mögliche Broterwerbe für die Bevölkerung in Aussicht gestellt würden.</p>
<p>So einfach stellt sich das fragende Kind die Lösung vor und wird dabei von vielen vernünftigen Experten wie beispielsweise den beiden deutschen Finanzwissenschaftlern Harald Hau und Bernd Lucke unterstützt. Diese haben, so Spiegeljournalist Wolfgang Kaden, ausgerechnet, „was es kosten würde, die deutschen und europäischen Banken mit zusätzlichem Kapital krisenfest zu machen. Ergebnis des Szenarios: Die deutschen Banken hätten 20 Milliarden Euro zu verkraften; der deutsche Beitrag für die Ausstattung der Banken in Griechenland, Portugal, Italien und Spanien läge bei zwölf Milliarden Euro.“ Diese Beträge liegen weit unter den Milliarden des Euro-Rettungsschirms für den Deutschland mit ungewissem Ausgang geradestehen müsste.</p>
<p>Warum, so stellt sich die Frage, sollen über 200 Milliarden an Bürgschaften bereitgestellt werden, die womöglich im Sog der Schuldenkrise verbrennen, wenn ein doch so befürchteter Bankencrash mit viel weniger verhindert werden könnte? Wenn die verschuldeten Länder dann auch noch aufgrund des Schuldenschnitts leichter in die Lage versetzt wären, ihre lahmenden Wirtschaften wieder in Schwung zu bringen und ihre Bürger zu befrieden? Das Kind in mir fragt sich, ob derartige Unvernunft und strategisches Missgeschick tatsächlich dem Nichtwissen geschuldet ist oder Schlimmeres dahinter steckt? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ein vereintes europäisches Königreich unter deutsch-französischer Führung mit Duldung der Märkte? Die Zukunft wird es zeigen.</p>
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		<title>Eine Reise nach Indien, eine Reise zu Ayurveda, Teil 2</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 15:57:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Am Nachmittag sehen wir den Doktor, das heißt, wir sehen zwei – einen männlich, einen weiblich. Wir werden gemeinsam examiniert, nachdem wir einen umfangreichen Fragebogen über unser körperliches und seelisches Befinden und sonst allerlei sehr persönlichen Fragen ausgefüllt haben. Die Ärzte gehen mit jedem von uns den Fragebogen durch, fragen nach, versichern sich, dass sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=432&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Nachmittag sehen wir den Doktor, das heißt, wir sehen zwei – einen männlich, einen weiblich. Wir werden gemeinsam examiniert, nachdem wir einen umfangreichen Fragebogen über unser körperliches und seelisches Befinden und sonst allerlei sehr persönlichen Fragen ausgefüllt haben. Die Ärzte gehen mit jedem von uns den Fragebogen durch, fragen nach, versichern sich, dass sie alles richtig verstanden haben, denn man spricht Englisch, indisches Englisch und unser etwas eingerostetes amerikanisches Englisch, was dann die Verständigung so manches Mal etwas erschwert. Mit Geduld und Humor versteht man sich letztlich. Wir haben die 14-tägige Verjüngungskur gebucht, doch man erklärt uns, dass „Panchakarma“ sehr wichtig sei, was so viel wie eine gründliche Reinigung des Körpers bedeutet. Nach ausführlicher Darstellung von Erbrechen, Einläufen etc., von denen ich bereits im Vorfeld schon gehört hatte, erklingt ein entschiedenes „Nein“ aus meinem Mund. Etwas ratlos werden neue Überzeugungsversuche gestartet. Es wird beteuert, dass keine einzige Person je in diesem Resort therapeutisch erbrochen hat, doch ich bin nicht überzeugt, auch die Vorstellung von Klistieren bewirkt heftigste Abwehrreaktionen meinerseits. Ich bestehe auf dem Programm, was ich gebucht habe und die sanften Inder geben solch starkem Willen nach.<br />
Danach erfolgt die Diagnose nach den ayurvedischen „Doshas“, das sind die Körpersäfte, Vatha, Pitta und Kapha, die normalerweise mit dem Luft-, Feuer- und Wasserprinzip gleichgesetzt werden. Dann werden wir zu unserer ersten Anwendung begleitet und unseren Therapeuten vorgestellt. Mich empfängt eine „indische Mama“, der ich brav in den Behandlungsraum folge. Dort wartet eine ganz junge Frau, die mich anlächelt und sich leicht verbeugt. Der Raum ist klein, die Wände aus dunklem Stein, nach oben offen und den Blick auf das mit Palmenblättern gedeckte Dach und die mit dicken Seilen zusammengeknoteten Balken freigebend. Es herrscht eine dunkle, wohlige Atmosphäre, auf dem Boden liegt eine zusammengeklappte Matte, gegenüber steht eine hölzerne, schwere Liege, auf der sich nochmal eine Matte befindet. Auf einem kleinen Tischchen wird ein Öllämpchen entzündet, das kleine Neonlicht, das den Raum aufhellt, wird gelöscht. Es wird mir ein kleiner Hocker hingeschoben und man bedeutet mir, mich auszuziehen. Ich beginne damit und man bedeutet mir, dass noch mehr Kleidungsstücke fallen müssen. Etwas ungläubig, aber vom Jetlag ziemlich betäubt, folge ich den Anweisungen, bis ich, so wie Gott mich schuf vor zwei wildfremden, andersartig aussehenden Menschen stehe, die mich freundlich anlächeln. Die indische Mama reicht mir dann eine Art Fliesshose, die wie eine Windelhose anmutet, und sich beim Darüberziehen als reichlich groß herausstellt. Dann setze ich mich auf den Hocker, die junge Frau verläßt den Raum, die indische Mama legt mir beruhigend die Hand auf die Schulter und lächelt freundlich. Dann beginnt sie, mir die Haare zu ölen und in ruhigen, kräftigen Bewegungen das Haar nach hinten zu streichen. Anschließend folgen weitere schnelle Bewegungen, Klopfen und Klatschen auf dem Kopf, das mich verwundert, aber angenehm entspannt. Es folgt die üppige Einreibung mit stark riechendem Öl – Sesamöl, wie ich später in Erfahrung bringe. Die Tür öffnet sich und die junge Frau kommt wie auf Katzenpfoten in den Raum, wieder legt mir die indische Mama beruhigend die Hand auf die Schulter. Mit einem kleinen Ritual – das mir wie eine Verneigung vor dem „Patienten“ erscheint, beginnt die Massage. Dann erlebe ich das erste Mal eine der berühmten Synchronmassagen. Vier Hände gleiten mit rhythmischen Bewegungen über meinen sitzenden Körper. Völlige Übereinstimmung der beiden Therapeuten lassen mich schläfrig werden. Nach geraumer Zeit bedeutet man mir, mich mit meinem Höckerchen in die Ecke zu setzen, in der ich dann etwas verschämt in diesem seltsamen Kleidungsstück sitze und beobachte, wie die am Boden liegende Matte auf Doppelbettgröße auseinandergeklappt wird.<br />
Von der Decke hängt ein zweifachgewundenes, dickes Seil. Meine Gedanken wohl erahnend, legt mir meine Haupttherapeutin wieder die Hand auf die Schulter und lacht leise und aufmunternd. Dann verlässt sie den Raum und die junge Therapeutin bittet mich darum, mich mit dem Gesicht nach oben auf die Matte zu legen. Sie spreizt meine Beine leicht auseinander, legt meine Arme ausgestreckt von mir auf die Matte. Dann begießt sie mich reichlich mit warmem Öl, schlingt ein Handtuch durch das Seil und beginnt, während sie, sich an dem Seil festhaltend, auf einem Fuß balanciert, mich mit dem anderen Fuß kräftig zu massieren. Als ich bejahe, dass der „pressure““ ok. sei, folgt eine lange Massage auf beiden Seiten des Körpers in dieser ausgestreckten Haltung. Wäre ich völlig nackt, wäre mir die Behandlung unangenehm, denn die Beine werden sehr eingehend und tiefgehend massiert, auch der Brustkorb wird nicht ausgespart. Das ist wohl der Grund, warum Frauen ausschließlich von Frauen massiert werden und Männer von Männern. Anschließend werde ich auf die Liege gebeten, die Haupttherapeutin erscheint und es gibt noch einmal ein Synchronmassage, diesmal des ganzen Körpers. Ich entschwebe in die Seligkeit, wohl auch dem langen Schlafmangel geschuldet. Nun dauert die Prozedur bereits über eine Stunde und noch ist kein Ende abzusehen. Denn jetzt werde ich aufgefordert, den Körper zu drehen und am anderen Ende der Liege den Kopf in eine Kuhle zu legen. Über mir sehe ich eine runde Schale, ich höre wie der kleine Ofen im Raum angeworfen wird, um das Öl zu erhitzen und bekomme eine kleine Binde oberhalb der Nasenwurzel, die von einer Stirnseite zur anderen reicht. Dann beginnt „Shirodara“, ein geheimnisvoller Stirnölguß, über den die eigentümlichsten Beschreibungen in Büchern stehen. Wohlig warm fließt das Öl auf meine Stirn, es scheint sich hin- und herzu bewegen, es herrscht völlige Stille im Raum. Nur aus den anliegenden Räumen sind leise Stimmen und leichtes Klappern der Metallschüsseln für Öl und Wasser zu hören. Ich entschlummere selig und entspannt, bis ich eine leise Stimme fragen höre „sleeping“? Man hilft mir von der Liege herunter, reibt das Öl ab, bindet mir einen kleinen Stoffturban ums ermattete Haupt, entledigt mich meiner Windelhose und hüllt mich in einen grünen Stoffmantel ein, der mich wie eine Chirurgin eines Krankenhauses aussehen lässt. Die indische Mama geleitet mich mit leichter Armunterstützung nach draußen, placiert mich zu anderen wartenden „Patienten“ und drückt mir mit einem Lächeln eine Kokosnuss in die Hand, ähnlich wie bei der Begrüßung im Ressort. Ich sitze eine Weile, fühle mich aber unter den &#8222;Patienten&#8220; nicht wohl und stolpere in unsere Hütte. Nach einer ausgiebigen Dusche gehen wir ins Restaurant und ich trinke mit etwas weniger Abneigung das heiße Kräuterwasser, der Salat schmeckt köstlich und siehe da, die Currys des Abends munden mir. Ich fühle mich entspannt und angekommen im Ayurvedaland. Weitere Überraschungen beim indischen Yoga und den nächsten Anwendungen werden folgen.</p>
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		<title>Mutter, Vater sein dagegen sehr..</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 15:05:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Mutter und Vater werden ist nicht schwer, Mutter und Vater sein dagegen manchmal sehr. Denn dieser Status, der ja Berufung ist oder sein sollte, geht einher mit zahlreichen garantiert Renten freien und oft auch nicht sehr dankbaren Nebenjobs. Denn in dieser Berufung findet man sich sehr viel in der Küche wieder, sieht sich mit Bergen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=411&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mutter und Vater werden ist nicht schwer, Mutter und Vater sein dagegen manchmal sehr. Denn dieser Status, der ja Berufung ist oder sein sollte, geht einher mit zahlreichen garantiert Renten freien und oft auch nicht sehr dankbaren Nebenjobs. Denn in dieser Berufung findet man sich sehr viel in der Küche wieder, sieht sich mit Bergen von Wäsche konfrontiert, einer Wohnung, einem Haus, das schneller schmutzt, als man gucken kann und eventuell noch einem Garten, der gepflegt werden will. Viele organisatorische und administrative Aufgaben kommen hinzu, die man erledigen darf und es ist ratsam, sich in Krankenpflege und Psychologie schlau zu machen. Naht die Schulzeit, darf man dann auch noch als Nachhilfelehrer der Nation agieren (Zitat eines empörten Vaters auf einem Elternabend einer Grundschulklasse). So leistet man nicht nur einen gesellschaftlichen hochwertigen Beitrag, man hält auch seinem schwer arbeitenden Partner den Rücken frei und stärkt dessen Karriere.<br />
Dieser sorgt im Gegenzug für ein finanziell abgesichertes Leben und viel Liebe und Verständnis &#8211; wenn es gut läuft. Es läuft aber nicht immer gut und dann steht Frau oder auch Mann wirklich mit allem alleine da. Hat man Geld, kann man sein Leben organisieren und einige der ungeliebten Nebenjobs loswerden und sich um die eigene Karriere kümmern. In sehr gut betuchten Szenarien wird dann gleich mal Kinderaufzucht, Pflege und Erziehung durch Aupairs, Kindermädchen und Gouvernanten geleistet. Mama und Papa schmücken sich dann bei gelegentlichen Ausgängen mit nett angezogenen Kids, hinter denen die Nannys zum Eingreifen in etwaigen Notsituationen wie vollen Windeln, übermäßigem Geschrei oder einfach nur Langeweile bereitstehen.<br />
Hat man das alles nicht zur Verfügung, dann muss man eben multifunktional sein – eine Fast-Alles-Könnerin oder Könner. Aber aufgepasst! Versagt man in einem seiner Nebenjobs wird das sofort und gnadenlos geahndet, mehr noch als in funktionierenden Beziehungen. Da sind die eigenen meist „Übermütter- und Hausfrauen“, nicht zu reden von – die Ausnahmen bestätigen die Regel &#8211; noch schwierigeren Schwiegermüttern, die ihre Ratschläge ungefragt auf die doch unerfahrenen Neumütter/Väter herab regnen lassen. Die Nachbarn, die sich über den Kinderlärm ihm Garten beschweren und unterstellen, dass man nicht konsequent und strikt erziehen könne. Kinder schreien nämlich nicht, wenn man alle Register der einschlägigen Erziehungshandbücher gezogen hat. Später dann die Lehrer, die pädagogisch selbstverständlich die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Über mangelnde Besserwisser im Umfeld muss man sich wahrlich nicht beschweren.<br />
Wenn man Glück hat, aber nur dann, hat man einen Gefährten, sei es Ehemann/Frau oder Lebensabschnittsgefährte/in, der/die fest zu einem steht und nicht grummelnd aus seinem/ihrem Job nach Haus kommt, sich hinter Fernseher, zu den Hobbys oder vor den PC verzieht, um dem täglichen Wahnsinn zu entgehen. Nein, wenn man Glück hat, nimmt er/sie Ihnen die Kinder ab, hört sich Klagen über zu wenig Schlaf, zu viel Wäsche, zu viel Putzen, zu viel Schwiegermutter und überhaupt, wie die eigene Karriere auf der Strecke bleibt, geduldig zum hunderten Mal an. Er spendet Trost und Zuversicht und liebt einen einfach nur. Dann erst kann man mit ihm/ihr die vielen netten Tagesgeschichten über die Kinder und die Freude an ihnen teilen. Dann ist alles gut. Man atmet durch und genießt die Familie.</p>
<p>Ärgerlich bleibt aber, dass man wenig gesellschaftliche Anerkennung für den Haupt- und all die Nebenjobs erhält, ganz zu schweigen von Rentenzahlungen – oder sie sind nicht der Rede wert. Und wehe, man hat nicht den liebevollen Mann oder die liebevolle Frau, die/der alles mit einem teilt, sogar das  Bankkonto – bis ans Lebensende, ja dann ist Erfindungsreichtum und noch mehr harte Arbeit angesagt. Der Staat schreit zwar nach Kindern, honoriert auch die steigende Geburtenrate mit entsprechenden Prämien und Kindergeld – übrigens wohlgemerkt in Deutschland wie in keinem anderem europäischen Land. Letztlich muss man aber selbst die Arbeit leisten und ausreichend Kleingeld für alle anstehenden Bedürfnisse verdienen.</p>
<p>Auch bei aller staatlichen Unterstützung ist es deshalb jedem Erziehenden zu wünschen, weder von Anfang an die alleinige Erziehungsverantwortung zu haben, noch alleinerziehend zu werden, ohne eine entsprechende Absicherung zu haben oder einen sehr gut bezahlten Job. Letzterer ermöglicht es zwar, eine kleine Armada von Hilfskräften anzuheuern, die Kind oder Kinder und Haus und Hof pflegen. Zeit für den Nachwuchs bleibt dann trotzdem nicht allzu viel. Oder man hat das große Glück eines familiären Netzwerkes mit netten Tanten, Onkeln und Großeltern, die Zeit und Energie bereitstellen. Das letztere Szenario schwindet allerdings in der Gesellschaft schon häufig aufgrund räumlicher Trennung der Familien mehr und mehr.</p>
<p>Weitgehend sind immer noch Frauen alleinerziehend, aber die Männer holen auf. Diese haben zwar meist die besser bezahlten Jobs und oftmals erfahren sie auch mehr Unterstützung von mitfühlender weiblicher Seite, aber es erwartet sie dennoch häufig auch ein steter Überlebenskampf. Denn Kinder kosten nicht nur ziemlich viel Geld, nein, auch Zeit. Man will ja da sein für das Kind oder die Kinder. Will ihm/ihnen die Welt, so gut man es vermag, erklären, in der Schule helfen, in der kaum ein Kind alleine zu Recht kommt, wenn es nicht der totale Überflieger ist. Man will es schützen gegen alle Formen von Übergriffen, was bedeutet, dass man es bis zu einem gewissen Alter nahezu lückenlos betreuen sollte oder es betreut wissen sollte.  Man will Spaß haben mit dem Nachwuchs, ihn lehren und von ihm lernen. Auch das erfordert Zeit, die man nicht hat, wenn man von Job zu Job hechelt, um das Kind oder die Kinder zu ernähren, zu kleiden und auszubilden – ganz zu schweigen, all die Wünsche zu erfüllen, die Kinder nun mal so haben.</p>
<p>Kinder sind wunderbar, ein Geschenk! Sie sind Freude, Herausforderung und Bereicherung. Wenn denn all die Voraussetzungen, in denen man als Mutter und Vater mit seinem Kind wachsen und gedeihen kann, erfüllt sind. Sind Kinder nun ausschließlich Privatsache oder doch auch ein gesellschaftliches Anliegen? In Zeiten einer alternden Bevölkerung wird das mehr und mehr zur Frage werden. Wie auch immer das in Zukunft staatlich geregelt werden wird, sind zukünftige Mütter und Väter auf jeden Fall gut beraten, diese Frage nach den besten Voraussetzungen für die Gründung einer Familie zu stellen. Schon um ihres eigenen Lebens wegen ist das legitim.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sophiajung.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sophiajung.wordpress.com/411/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=411&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Informationen und kein Ende&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 11:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Klicke ich auf meinen e-mail-Provider, werde ich sofort mit Werbebannern beglückt, ob ich das möchte oder nicht. Starte ich mein Bankprogramm, wird mir wohl oder übel zuerst der neueste Spot für ein neues Bankprodukt vor Augen geführt, den ich zwar entnervt wegklicken kann, der mir aber dennoch zwei, drei Sekunden meiner kostbaren Zeit raubt. Und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=396&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klicke ich auf meinen e-mail-Provider, werde ich sofort mit Werbebannern beglückt, ob ich das möchte oder nicht. Starte ich mein Bankprogramm, wird mir wohl oder übel zuerst der neueste Spot für ein neues Bankprodukt vor Augen geführt, den ich zwar entnervt wegklicken kann, der mir aber dennoch zwei, drei Sekunden meiner kostbaren Zeit raubt. Und das ist das Problem: Es gibt so viele Marketingfirmen , die unsere  &#8211; möglichst ungeteilte &#8211; Aufmerksamkeit auf ihre Produktwerbung ziehen möchten . Ja, ich empfinde das als einen Raub meiner grauen Zellen, die in Bewegung gesetzt werden, ohne dass ich das wirklich entschieden habe. Ich kann keine Website öffnen,  ohne sofort als potenzieller Käufer identifiziert zu werden. Lasse ich wilig-unwillig den ersten Spot oder Banner über mich ergehen, überfällt mich die nächste Werbung oder &#8222;Information&#8220;, um die ich nicht gebeten hatte. Reiz- und Informationsüberflutung ohne Ende. Wir Nutzer von e-mail-accounts, sozialen Netzwerken im Internet, Bank-Onlinekonten müssen geködert werden &#8211; unaufgefordert, versteht sich. Waren das früher die Handlungsreisenden in Sachen Staubsauger, Antiallergikerbettwäsche oder der besten Kaffeemaschine aller Zeiten, die uns an der Haustüre nervten, sind das in Zeiten des Internets die von Tag zu Tag zunehmende Bannerwerbung, Pop-ups und Videoclips. Nicht zu vergessen der äußerst ärgerliche Werbeartikel einschlägiger Branchen wie Automobil oder Banken, der den Artikel der Tageszeitung, die man gerade online zu lesen versucht, überschreibt und der nur sehr schwer zu beseitigen ist, vor allem, wenn die Finger auf der Tastatur des PCs bereits vor Wut zu zittern beginnen.<br />
Freier Wille der <em>User</em> oder die schlichte Wahlmöglichkeit, was ich mir ansehen oder anhören will,  ist kein Wert an sich in dieser Welt des gnadenlosen Marketings. Wie haben wir nur früher überlebt, als die Verkäufer noch nicht unbegrenzten Zugriff auf ihre potenziellen Käufer hatten. Sie mussten sprechen, die richtigen Worte und die überzeugenden Argumente finden, um ihr Produkt an den Mann oder die Frau zu bringen. Vorher aber war es zwingend erforderlich, dass sie ihre Zielgruppe ausfindig und sie sich gewogen machten, ehe die einzelnen Mitglieder bereit waren, überhaupt einem Verkäufer zuzuhören. Heute wird zwar auch eine Zielgruppenanalyse gemacht, die zum großen Teil im Internet stattfindet. Die Maschine durchleuchtet, was die<em> User</em> anklicken im Internet, wofür man sich interessiert, was man bestellt. Das ergibt Käuferprofile, die dann gezielt abgefeuert werden, um die Teilnehmer des großen Reigens Internet einzufangen, in Kategorien einzuteilen, um sie dann ungefragt und aufdringlich ihrer Aufmerksamkeit zu berauben und mit Angeboten zu bombardieren, die sie wahrscheinlich weder wollen, noch wirklich benötigen.<br />
Abhilfe schaffen dutzende von e-mail-Adressen, die man jedes Mal neu anlegt, wann immer eine Bestellung per Internet unausweichlich oder aus Bequemlichkeit getätigt wird. Keine dieser Adressen wird dann jemals wieder aufgerufen und der Strom der Werbemails, die darauf folgen, versiegt im Niemandsland. Leider bin ich zu faul, immer eine neue Adresse anzulegen und trage mich deshalb mit dem Gedanken, einen Softwareentwickler zu finden, dem es gelingt, jeden unerwünschten Popup, Banner, jede Spammail und jede Werbung, die Artikel überschreibt, direkt an den Absender zurück zu katapultieren – und zwar am liebsten mit unerfreulichem Inhalt wie faulen Eiern – virtuell, versteht sich.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sophiajung.wordpress.com/396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sophiajung.wordpress.com/396/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=396&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Gestatten, Ich, die Krise, bin zurück (Teil2)</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 13:15:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[In mir, der Krise vom Jahre 2008, keimt Freude auf. Trotz aller Beteuerungen der Politik und ihrer Bemühungen weltweit, diese Krise mit Macht und viel Geld zu überwinden, ist es mir gelungen, mich von einem kleinen Rückschlag, der mich danach traf, wieder aufzurappeln. Zarte Regulierungsbemühungen auf dem Finanzsektor, die nicht wirklich fruchteten, Geld, das eifrig [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=379&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In mir, der Krise vom Jahre 2008, keimt Freude auf. Trotz aller Beteuerungen der Politik und ihrer Bemühungen weltweit, diese Krise mit Macht und viel Geld zu überwinden, ist es mir gelungen, mich von einem kleinen Rückschlag, der mich danach traf, wieder aufzurappeln. Zarte Regulierungsbemühungen auf dem Finanzsektor, die nicht wirklich fruchteten, Geld, das eifrig gedruckt wurde und auf Reisen um den Globus geschickt wurde, Abwrackprämien, milliardenschwere Konjunkturprogramme – das alles schlug mich nicht k.o. Meine Giftspritzen haben weiterhin alle Versuche, eine langfristige wirtschaftliche Erholung und Wohlstand zwar nicht für alle, aber für viele zu erreichen, gründlich zunichte gemacht.<br />
Die kleinen Helferchen meiner Kampagne, Gier und Selbstüberschätzung, taten weiter ihre zersetzende Arbeit und ließen mein Herz höher schlagen. Nach den Banken gingen der Reihe nach ganze Staaten in die Knie.<br />
Diese haben schon vor der ersten Krise die Augen verschlossen vor dem, was sie jetzt womöglich in den Abgrund steuert: Fehlende Produktivität in ihren Ländern, Arbeit, die etwas schafft, was viele brauchen und wollen, Erzeugnisse, welche die Umwelt nicht schädigen, sondern verbessern, geistige Leistungen, die honoriert werden und welche die Zukunft für eine Gemeinschaft und nicht nur für einige wenige Privilegierte gestalten. Stattdessen setzten sie auf Immobilien und virtuelle Finanzprodukte, aufgebläht wie ein Schweinebauch, der von Antibiotika gefüttert zu platzen drohte, ehe er geschlachtet wurde. Die Immobilien- und Finanzinstrumentenblase musste nicht aufgestochen werden, sie ist von ganz alleine zerplatzt – in Amerika und in Europa – wo diese Art Konjunktur den blinden Fleck der Hoffnung oder einfach der Verblendung nährte. Andere giftige Blüten trieb Griechenland. Das Land hat solange seinen Staatsapparat aufgebläht und die Korruption genährt, bis das gesamte System kollabierte. Auf Luftnummern können nun mal keine Schlösser gebaut werden.  Jahrzehntelang wurde Bildung und Ausbildung der jungen Menschen nicht ausreichend ernst genommen. Zukunftsszenarien für eine nachhaltige, produktive Wirtschaft wurden nicht entwickelt. Stattdessen hat Besitzdenken und Gier verkrustete Strukturen geschaffen, die letztlich jeden Fortschritt hin zu einer sozialen Marktwirtschaft mit sinnvollen, realen Gütern im Keim erstickten. Es kann Jahrzehnte dauern, eine zukunftsorientierte Produktion sinnvoller, umwelt- und menschenfreundlicher Güter und Dienstleistungen aufzubauen.  Schwer vorstellbar, dass das noch rechtzeitig vor einer Verarmung der breiten Bevölkerung gelingen kann.<br />
Was soll`s? Mir, der Krise kann es nur recht sein – meine Pfründe sind gesichert. Denn die jetzt schon maroden Länder hängen am Tropf derer, die sich das im Augenblick noch leisten können. Wieder spielen die Finanzmärkte verrückt und verwetten die Zukunft vieler, was das Zeug hält. Ich flüstere denen, die dort am Drücker sitzen wie Gollum aus „Herr der Ringe“ zu, „mein Schatz, ich will meinen Schatz“ und ihr Gesicht verzerrt sich vor Gier. Meine persönliche kleine Krise ist überwunden: Mein Säckel füllt sich wieder, ich fühle mich besser und besser und harre der Dinge, die da kommen werden. Je mehr Staaten und Wirtschaften wanken, desto wohler werde ich mich fühlen. Wie eine dunkle Wolke zieht die Angst, die der Gier und Selbstüberschätzung folgt, über die Länder hinweg. Ich und meine Helfershelfer an den Finanzmärkten treiben die Politik  munter weiter vor uns her. Längst sind die feinen Damen und Herren der politischen Gesellschaft nur noch Staffage in unserem Theaterstück – sie wissen es nur noch nicht. Wir besetzen die Rollen, steuern die Dramaturgie bis zum bitteren Ende. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Gier und Selbstüberschätzung heiß!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sophiajung.wordpress.com/379/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sophiajung.wordpress.com/379/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=379&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Gestatten, ich bin die Krise! (Teil I)</title>
		<link>http://sophiajung.wordpress.com/2011/08/18/gestatten-ich-bin-die-krise-teil-i/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 14:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Gestatten, ich bin die Krise! Eingeschlichen habe ich mich, merklich, unmerklich. Wer sehen wollte, sah mich kommen, wurde jedoch von denjenigen abgewürgt, die sich im Rausch der Selbstgefälligkeit und Gier davontragen ließen. Die Zeichen waren unwillkommen, denn sie störten die gedankenlose Euphorie und die in meiner Zielgruppe herrschende Selbstsicherheit. Warnungen Besonnener, sprich Altvorderer, Langweiliger, den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=372&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestatten, ich bin die Krise!</p>
<p>Eingeschlichen habe ich mich, merklich, unmerklich. Wer sehen wollte, sah mich kommen, wurde jedoch von denjenigen abgewürgt, die sich im Rausch der Selbstgefälligkeit und Gier davontragen ließen. Die Zeichen waren unwillkommen, denn sie störten die gedankenlose Euphorie und die in meiner Zielgruppe herrschende Selbstsicherheit. Warnungen Besonnener, sprich Altvorderer, Langweiliger, den Bremsern wurden als Kassandrarufe verbucht, belächelt oder vehement diskreditiert. </p>
<p>Was sollte das Gerede über das rechte Maß, Verantwortung und Kontrolle? Ich war auf dem Vormarsch, berauschte mich daran, wie sich die Spirale immer schneller drehte. Wunderbar mit anzusehen, wie ohne große Mühe meinerseits die glitzernden Türme zu wanken begannen, weil die Fundamente bröckelten. Diese hatte ich gezielt zersetzt mit der Sucht nach mehr Ruhm, Macht und vor allem den Silberlingen, die schon Judas mit Erfolg zum Verräter machten. Ich kannte die menschliche Konstellation so gut, dass ich nur die Saat aufgehen lassen musste. Kein Zweifel schlich sich in mein Herz, dass ich erfolgreich sein würde. Mit ein wenig Geduld konnte ich auf meine Ernte warten.</p>
<p>Die Zeit schritt voran und ich konnte meinen Säckel füllen und füllen und mich aufblähen. Freude erfüllte mein Herz, denn mein Habenkonto wurde praller und praller. Die zunehmend Verzweifelten um mich herum kümmerten mich weniger.<br />
Mein Geschäft lief blendend, ich erfüllte meinen Zweck, gefräßig Renommee, Vertrauen und Wohlstand zu verschlingen und die Welt in einen Strudel zu ziehen, aus dem sie sich nicht würde befreien können.</p>
<p>Doch dann wurde ich  ein wenig nervös, da – das konnte ich nicht wirklich hervor sehen – sich weltweit die Mächtigen – ganz entgegen ihrer sonstigen Interessen &#8211;  im Kampf gegen mich zusammen zu schließen begannen. Sie warfen die Geldpressen an, um in den Markt zu spülen, was ich gerade so raffiniert und ausgeklügelt entwendet hatte. Sie arbeiteten und arbeiten an einem Regelwerk, mir das Handwerk zu legen und zukünftigen Kumpanen meine so erfolgreiche Arbeit erst gar nicht zu ermöglichen. Grässliche Begriffe wie Transparenz, Verantwortung, Kontrolle und Maßhalten kursierten innerhalb der politischen Elite und schlimmer noch: In den Medien. Sie verseuchten das Klima in den Vorstandsetagen der Unternehmen und sogar in den glitzernden Kathedralen der Finanzplätze war ein leichter Hauch von Bedauern und Besinnung auf von mir verloren gehoffte Werte zu spüren. </p>
<p>Woher plötzlich diese gemeinsamen Anstrengungen? Diese geradezu ekelerregende Solidarität und gegenseitige Unterstützung? Ich hatte darauf gesetzt, dass die Todsünde Gier ihr Gift verbreiten wird. Nun, dieses Kalkül ist weitgehend aufgegangen. Sehr zu meinem Leidwesen schleicht sich aus den Tiefen der Wirtschaftsethik zerstörerisches alteuropäisches Gedankengut empor. Es ist die Rede von Werthaltigkeit, Produktion von Waren im Gegensatz zu virtuellem Kapital, dem nichts gegenübersteht als die Luftblasen in den Gehirnen von Finanzjongleuren, welche ich klug und gezielt initiiert habe. Sehr zu meinem Schrecken gewinnen jene Geister die Oberhand, die ich erfolgreich vernichtet glaubte: Die sorgsam abwägenden langweiligen Genossen, die mit realer Wirtschaft Gewinne erzielen wollen,  die beamtliche Kontrolle einfordern und lächerlich niedrige Renditen einkalkulieren. Wie könnte ich diese Entwicklung aufhalten?</p>
<p>Doch ich denke, ich brauche mir nicht allzu viele Sorgen zu machen. Zeit und Vergessen sind meine Verbündeten. Sobald etwas Ruhe einkehrt und es den Anschein hat, dass der Abwärtsstrudel gebändigt ist und die Wogen sich glätten, werden aus dunklen Löchern der Verachtung und Depression jene wieder auftauchen, deren einziges Bestreben ihre unermessliche Sucht nach vermeintlichem Reichtum und Freiheit „von“ ist. Sind es nicht diese, werden Andere auferstehen, die sich berauschen wollen an Erfolg und Unersättlichkeit. Ich werde da sein, um die Steigbügel zu halten und mit den rechten Einflüsterungen hilfreich zur Seite zu stehen, damit keinerlei Zweifel an der Richtigkeit ihrer Werte und Ziele aufkommen zu lassen. Sie sind ja so entscheidungsfreudig und voller Energie und werden alle Warnungen jener in den Wind schlagen, die mahnend das Gemeinwohl in ihre Entscheidungen einbeziehen wollen.</p>
<p>Angesichts meiner Vorfreude darauf, dass Staaten unter der ihnen aufgebürdeten Last zusammenbrechen werden, dass das Ende vieler Unternehmen – groß und klein – bereits eingeläutet ist und nicht zu vergessen, dass viele Menschen ihr Leben in Zukunft ohne Arbeit und ohne Wohlstand werden verbringen müssen, hüpft mein Herz in der Brust. Ich habe gute Arbeit geleistet und kann zufrieden auf das verursachte Chaos blicken – ich, die Krise, deren wirklichen Namen niemand weiß und nie wissen wird und das Übel somit nicht an der Wurzel gepackt und ausgerottet werden wird. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Gier und Selbstüberschätzung heiß!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sophiajung.wordpress.com/372/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sophiajung.wordpress.com/372/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=372&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Das Schöne und die Suche danach &#8211; was kann Kunst uns geben?</title>
		<link>http://sophiajung.wordpress.com/2011/07/24/das-schone-und-die-suche-danach-was-kann-kunst-uns-geben/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 13:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[„Wenn es etwas gibt, wofür zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen.“ (Platon, Symposion) Platon misst mit dieser Aussage aus dem Symposion, dem Gastmahl, der Schönheit eine hohe, wenn nicht die höchste Bedeutung bei. Da er den Sinn und Zweck des Lebens mit dem Schönen verbindet, stellt sich die Frage, was Platon [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=361&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wenn es etwas gibt, wofür zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen.“<br />
(Platon, Symposion)</strong></p>
<p>Platon misst mit dieser Aussage aus dem Symposion, dem Gastmahl, der Schönheit eine hohe, wenn nicht die höchste Bedeutung bei. Da er den Sinn und Zweck des Lebens mit dem Schönen verbindet, stellt sich die Frage, was Platon unter diesem Begriff versteht und welche Bedeutung dieser für die Moderne hat.</p>
<p><strong>Was ist &#8222;schön&#8220; in der Kunst?</strong></p>
<p>Wichtig zu wissen ist, dass Platons Begriff des Schönen eng mit dem des Guten und Wahren verbunden ist. Denn die sinnliche Welt, die es ermöglicht, viele schöne Dinge zu sehen, ist für Platon Schein, also nur Abglanz der wahren Schönheit, welche ausschließlich in der &#8222;Idee&#8220; des Schönen zu finden ist. Allen Dingen der Wirklichkeit entsprechen in Platons Lehre Ideen dieser Dinge, die der Wirklichkeit mit ihren materiellen Gegenständen übergeordnet sind. Die „Idee des Schönen“ ist nun in seiner Theorie eng mit wesentlichen Tugenden wie Gerechtigkeit und Besonnenheit verbunden, die für ihn in der Idee des Guten schlechthin münden. Das Schöne selbst ist für Platon identisch mit der Idee des Guten und somit der Wahrheit selbst.</p>
<p><strong>Das Gute und das Schöne</strong></p>
<p>Das Gute aber ist für Platon das Gute „an sich“, es ist keine Norm, keine Moral, sondern die Wahrheit, welche nicht mehr weiter hinterfragt werden kann. Das zeigt, dass in Platons Theorie mit einem anderen Begriff des Schönen operiert wird, als er gemeinhin verwendet wird. Dieser hat nichts mit Geschmack oder gar Mode zu tun, sondern formuliert ein Programm, welches für jede Beurteilung von Kunst maßgebend ist.</p>
<p>Deshalb steht Platon wohl auch auf Kriegsfuß mit der gängigen Form von Kunst und deren Betrachtung. Denn für ihn zählt die geistige Schönheit, die Wahrheit, die hinter den Dingen steht. Er meint nicht die schönen Körper oder gar die Nachahmungen von Körpern. Letztere sind aus seiner Sicht sogar weniger schätzenswert als die Dinge selbst, die ursprünglicher und damit näher an der Idee sind, die sie abbilden. Platon fordert also, dass man sich den Dingen in philosophischer Betrachtung nähern muss, um das Wahre zu erkennen. Denn dieses liegt jenseits der realen Welt, die für ihn nur ein Abbild ist.</p>
<p><strong>Platon und die Moderne</strong></p>
<p>Aus Platons Sicht entwirft die Kunst zwar schöne Dinge, welche die Sinne des Menschen ansprechen, seine Leidenschaften wecken oder einfach Freude bereiten. Doch schön ist für Platon nur, was den Menschen zugleich erzieherisch an die Hand nimmt und zum Guten führt, welches die Wahrheit ist. Damit wird jede Form der Kunst sehr genau unter die Lupe genommen und nach diesem Programm beurteilt.</p>
<p>Ist Platon da aber nicht zu streng in der Beurteilung der Kunst und allem Schönem? Kann nicht eine schöne Landschaft, ein Gemälde, das die Seele berührt, sei es gegenständlich oder abstrakt, zu etwas hinführen, was tiefer ist als oberflächliche, dem Geschmack der Zeit unterworfenen Kategorien des „Schönen“. Er würde sicher antworten, dass nur in Verbindung mit den Tugenden und letztlich dem „Guten“ ein solches Ereignis stattfinden kann.</p>
<p>Wie ist das mit dem modernen Verständnis über das, was schön ist, vor allem im Hinblick auf die Kunst und ihre Werke einzuordnen? Entscheidet nicht jeder Betrachter, was er als schön bezeichnen würde? Sicher, es gibt Kriterien für das, was als Kunst bewertet wird, auch das, was als schön gilt. Dies hängt mit Form, mit Proportionen, Farbgebung und Gesamtkonzept zusammen, aber auch mit Zeitgeist und Geschmack. Doch in diesem Rahmen wird ein Kunstwerk, sei es eine Skulptur, ein Gemälde, ein Gebäude oder ganz modern – eine Installation – von jedem Betrachter individuell danach bewertet, welches für ihn schön ist, das heißt, seinen Geist und /oder seine Seele berührt.</p>
<p><strong>Kunst im Sinne des Betrachters<br />
</strong><br />
Die Frage, die sich bei Bewertung von Kunst für den Betrachter stellt, könnte sein: Welches Bild einer Kunstausstellung zieht mich besonders an? Warum gehe ich an vielen mehr oder weniger achtlos vorüber, bleibe aber bei diesem oder jenem stehen, vertiefe mich in den Anblick? Dies gilt für Musik, Texte, Architektur und Design gleichermaßen. In allen diesen Bereichen geht es um Proportionen, Farbe, Gestaltung und Ausdruckskraft. Und es geht darum, welche Schwingung es im Sehenden, Lesenden, Hörenden erzeugt, und seine Sinne auf das lenkt, was hinter dem mit den Augen und Ohren offensichtlich zu Erkennendem liegt. Es muss mehr als eine oberflächliche Ästhetik des Angenehmen, des Wohlfühlens angesprochen werden, um diese Schwingung zu bewirken. Etwas muss angesprochen werden, was über die sinnliche Erfahrung hinausreicht, was Verstand und Seele gleichermaßen berührt. Die Kategorie des jeweilig und damit beliebig Schönen oder gar Gefälligen reicht da weitem nicht aus.</p>
<p>Platons Forderung, in der Betrachtung des Schönen die Wahrheit zu erkennen, wird sich nicht erfüllen lassen. Doch Kunst kann den Alltag überlisten und einen anderen Blick auf das Leben eröffnen. Sie kann in jeder Form, die berührt, neue Fragestellungen möglich machen. Sie erfreut die Sinne durch gelungene Proportionen, Zusammenklang von Materialien, Wortklang, Farbgestaltung, Klangkomposition oder Bildgestaltung. Jede Form von Kunst kann so Tiefe vermitteln. Es ist dieses sich Angesprochenfühlen, Berührtwerden und das Begreifen, dass es mehr gibt, als nur die sinnliche Wahrnehmung. Vielleicht trifft Platons Aussage aus dem Symposium im Grunde den Zweck des Schönen immer noch: Den Blick auf einen Sinn hinter der Realität zu lenken &#8211; den ein jeder aber selbst mit Inhalt füllen muss.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sophiajung.wordpress.com/361/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sophiajung.wordpress.com/361/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=361&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sexmachine&#8230;.</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 09:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gegen den Strich gebürstet - Sophia Jung</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[So lautet ein Musiktitel von James Brown 1971, der später von Tom Jones wiederaufgelegt wurde. Angesichts des dramatischen Absturzes eines Mannes wie Strauß-Kahn aufgrund seiner ungebremsten und mit Macht gepaarten Sexualität ruft dieser Titel nun ganz andere Bilder wach. Die Verherrlichung von Überpotenz kann ich nicht wirklich mehr tanzbar finden, obwohl das gängige Partymusik war [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sophiajung.wordpress.com&amp;blog=11239508&amp;post=352&amp;subd=sophiajung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So lautet ein Musiktitel  von James Brown 1971, der  später von Tom Jones wiederaufgelegt  wurde. Angesichts des dramatischen Absturzes eines Mannes wie Strauß-Kahn aufgrund seiner ungebremsten und mit Macht  gepaarten Sexualität ruft dieser Titel nun ganz andere Bilder wach. Die Verherrlichung von Überpotenz kann ich nicht wirklich mehr  tanzbar finden, obwohl das gängige Partymusik war und ist. Sexuelle Übergriffe auf Frauen, gar Vergewaltigung werden zumindest in der westlichen Welt streng verurteilt und geahndet.  Und dennoch gab es und gibt es unter Männern, manchmal sogar unter Frauen, eine unausgesprochene Zustimmung zu einem übersteuerten Potenzgehabe.  Die Duldung eines über jede Werbung und Verführung hinausgehenden animalischen Verhaltens  innerhalb mancher gesellschaftlicher Kreise und manchmal auch ganz „normaler“ Menschen lässt immer wieder verwundern. „Männer sind halt nun mal so“ – habe ich schon aus dem Mund von Frauen gehört.  Es geschieht durchaus,  dass ich belächelt werde, wenn ich mich eindeutig von Anfang gegen  Übergriffe, die ich als solche bewerte, wehre.  Mir fehlt da so manches Mal die weibliche Solidarität.<br />
Männer sind nicht so – sie benehmen sich so, wenn sie denn in die Kategorie der „brünftigen Schimpansen“ (so wurde Strauß-Kahn von einem seiner Opfer genannt) gehören. Wohlgemerkt – es gibt sehr viele Männer, die Frauen respektieren und jede aufgezeigte Grenze wahren. Die meisten Männer, die ich kenne, gehören dazu.  Doch ich habe Männer auch anders kennengelernt. Als ich 16 war  und in einem Dentallabor in einem Büro ferienjobbte, nahmen sich beide Juniorchefs Freiheiten heraus, mit denen ich in diesem Alter weder umgehen konnte, noch sie richtig einzuordnen wusste.  Deshalb gab ich mir die Schuld und kam keinen Tag mehr im Rock ins Büro, was allerdings wenig half. Als ich das Geschehene dann  in einer Mittagspause unter den Kolleginnen andeutete, erntete ich nur mitleidige Blicke und die Aussage „ach so, na, da haben wir nur drauf gewartet, dass Dir das auch passiert“.  Die Sprachlosigkeit stand mir ins Gesicht geschrieben.<br />
Als ich die Vorfälle meinen Eltern erzählte, ging mein Vater zwar zum Chef, um ihm mit Klage gegen seine Söhne zu drohen– das half dann für den Rest meines Ferienjobs, aber von Anzeige war nie wirklich die Rede. Vielleicht war mir das ja auch lieber so. Denn als „Opfer“ muss man nicht nur das Mitleid, sondern vielleicht auch noch die Häme über sich ergehen lassen, geschweige denn,  dass man die Übergriffe kaum beweisen kann, weil sie selbstverständlich ohne Zeugen stattfinden.  Diese Erfahrung hat mich auf jeden Fall vorsichtig werden lassen, und einige spätere haben mich darin bestärkt,  Männern  &#8211; vor allem im angetrunkenen Zustand &#8211; nichtall zu viel Charme entgegenzubringen – das kann durchaus missdeutet werden.<br />
 Wenn  Männer – wie im Falle von Strauß-Kahn vielfältig dokumentiert  – meinen,  dass ihnen ihre Macht das Recht verleiht, sich jede Frau zu nehmen, ob diese will oder nicht, dann ist etwas falsch im Staate Dänemark. Falsch ist vor allem, dass „stürmisches, drängendes  Verhalten“ als etwas Normales geduldet ist und zum Teil mit Bewunderung – nicht nur von Männern – zur Kenntnis genommen wird. Wenn eine Frau weder mit Worten, aber keinesfalls mit Taten bedrängt werden will, dann muss das respektiert werden. Das ist kein Kavaliersdelikt und auch kein normales „Balzverhalten“.<br />
Ich tanze gerne und mit Leidenschaft, aber mit Sicherheit nicht mehr zu „Sexmachine“ und ich werde ein wenig mehr auf die Texte achten, die sich hinter so manch schönen Arrangements verstecken. Denn es muss Schluss sein mit jeder Art von Sexismus und wir Frauen sollten uns solidarisch erweisen und dem „starken“  Geschlecht zeigen, dass Stärke sich in Respekt erweisen muss.</p>
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